Geschichte
Der 150. Geburtstag der Deutschen Eisenbahn am 7.12.1985 war der Gründungstag des Eisenbahn- und Modellbahn-Clubs Siedlinghausen eV. (EMCS).
Sieben Personen hatten sich dem Bau einer Modelleisenbahn verschrieben und es wurden kurze Zeit später schon mehr. Der Club zählte schon bald 10 Mitglieder. Seit dem Jahr 2000 wird der EMCS durch eine Jugendgruppe von 10 Jugendlichen verstärkt. Das Ziel des Vereins sollte sein, eine große Modelleisenbahn in HO (16,5 mm Spurweite) zu erstellen, die auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte.
Hierzu stellte die Stadt Winterberg einen Teil des Dachbodens im Haus des Gastes in Siedlinghausen kostenlos zur Verfügung. Somit galt es ca. 120qm mit einer Modelleisenbahn zu bebauen.
Schon am 3. Adventswochenende 1986 wurde der erste Bauabschnitt der Öffentlichkeit mit großem Erfolg präsentiert.
Im folgendem Jahr wurde die Idee geboren, die Strecke von Siedlinghausen nach Winterberg in „SpurN (9mm Spurweite) originalgetreu nachzubauen. Sie sollte die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter durchlaufen.
Zugrunde gelegt wurden die 60er Jahre, um Dampf- und Dieselloks einsetzen zu können. Mit Hilfe von Luftbildaufnahmen wurde die se Strecke im Maßstab 1:5000 verwirklicht.
Auch an der HO-Anlage wurde und wird kontinuierlich weitergebaut. Lang gebogene Gleise ziehen sich durch die Landschaft. Ein kleiner Güterbahnhof, ein Industriegebiet, ein neunständiger Lokschuppen mit Drehscheibe und zwei Schattenbahnhöfe wurden erstellt. Es wurden ca. 350m Schienen und 120 Weichen verbaut.

Die Stadt Winterberg stellte einen weiteren Raum zur Verfügung, somit war es möglich, die Anlage auf Digitalsteuerung umzustellen und eine Werkstatt einzurichten. Alle digitalen Steuergeräte wurden in diesem Raum installiert.
Ein starkes Steuerkabel, bestehend aus 1200 Adern, wurde in einer Schleife unter der gesamten Anlage verlegt, damit können alle Weichen, Signale und Gleisabschnitte versorgt werden. Zwei Computer steuern nun die gesamte Anlage. Die 28 Züge, die auf der Anlage verkehren sind Märklin Digital- und Delta-Modelle und alle Gleichstrom Fabrikate. Das Programm für die Steuerung der HO-Anlage wurde von Arnold und Daniel Schmidt selbst erstellt, für die Strecke Siedlinghausen - Winterberg erstellte Norbert Müller den Programmablauf.

Durch einen glücklichen Zufall gelangten ca. 100 Jahre alte Maschinen und Gerätschaften sowie Dokumente und Uniformen in den Besitz des Clubs. Damit dem Verein eine Gemeinnützigkeit zuerkannt wurde, musste dieses auch im Namen erkenntlich sein. Daher wurde der Verein in "Eisenbahnfreunde Siedlinghausen- Verein zur Pflege und Erhaltung historischer Werkzeuge und Gerätschaften des Eisenbahnwesens" umbenannt.
Im Jahr 1995 wurde der letzte noch leer stehende Raum des Dachbodens, der ca. 100qm groß ist, von der Stadt Winterberg zur Verfügung gestellt. Sogleich begannen die Ausbauarbeiten, die ebenfalls von den Vereinsmitgliedern getätigt wurde. Hier werden nun diese alten Eisenbahnrelikte ausgestellt.
Außerdem können Modellbahnraritäten und Modellautos der Spur HO in einer Vitrine bestaunt werden.
Auch eine zweite Anlage wurde hier gebaut. Während im ersten Raum sehr viel Wert auf lang gebogene Gleise mit viel Landschaft gelegt wurde, entstand hier ein großer Bahnhof mit 20 Gleisen von bis zu 6m Länge, eine Stadt von ca. 10qm Größe.
Als Fernziel ist geplant, beide Anlagen miteinander zu verbinden, wobei dann im Treppenhaus die Modellbahn durch eine Glasröhre fahren soll. In Zwischenzeit wurde ein neues Programm zu Steruerung der Modellbahnen angeschaft. Womit auch visuelle Gleisbildstellwerke auf dem Bildschirm dargestellt werden können.


Zur Zeit kommen zu unserer Modelleisenbahnanlage in das Haus des Gastes jährlich etwa 5000 Besucher. Die Anlage ist bei Modelleisenbahnern von Rosenheim bis Flensburg und von Aachen bis Cottbus bekannt. 12% der Deutschen also jeder 8. Bürger ist Modelleisenbahner.
Bedanken möchte sich der EMCS besonders bei zwei Personen: Dem ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Winterberg Herrn Richard Hassenpflug und dem ehemaligen Stadtdirektor Herrn Edwin Dohle. Ohne sie wäre der Bau dieser schönen Anlage nicht möglich gewesen.